PsyText

Die Kreative Schreibwerkstatt von und für Menschen mit psychischen Erschütterungen oder psychiatrischen Erfahrungen in Bern


Schreib!

Schreib!

Schreib!

Diese Homepage wird in einem kreativen Prozess dauernd überarbeitet

Hast Du auch Ideen, Tipps? Melde Dich einfach - und vielen Dank!

«... im Akt des Schreibens kommt es zur Verlangsamung, zum Innehalten und zur Selbstbestimmung ... Es ermöglicht Selbstreflexion, Selbsterkenntnis, Selbstfindung, und Selbstverwirklichung.» (Silke Heimes, Kreatives und therapeutisches Schreiben, 2015). 

Die Kreative Schreibwerkstatt im Azzurro Blaues Kreuz, Bern

Mit anderen Menschen, die ähnliche Erfahrungen und Erschütterungen erlebt haben oder erleben, in einem geschützten Raum die Gedanken in Worte fassen, bietet Gelegenheiten, verstanden und gehört werden. 

Einsamkeit und soziale Isolation nehmen gerade in dieser Zeit zu. Viele Menschen leiden darunter - andere zum Glück nicht - und möchten sich gerne trotzdem zum Ausdruck bringen. Nicht im stillen Kämmerlein zu Hause - sondern im Rahmen einer kreativen Schreibwerkstatt.

  • Niemand muss Profi sein, um fühlen zu dürfen.
  • Kein Dichter, um Bilder zu haben.
  • Kein Philosoph, um Fragen zu stellen.


Wer das Schweigen kennt, schreibt vielleicht anders.
Und wer in der Stille lebt oder lebte, hat vielleicht etwas zu sagen, das nicht laut sein muss, um gehört zu werden.

PsyText ist kein Therapieprojekt. Und auch kein Literaturbetrieb.
Schreiben kann trösten, ordnen, aufrichten - oder einfach da sein. In dieser Schreibwerkstatt geht es nicht um „richtig“ oder „falsch“, sondern darum, dem eigenen Inneren Raum zu geben.

Mit kleinen Impulsen und viel Freiraum wirst Du eingelagen, in Worte zu fassen, was Dich bewegt: Gedanken, Erinnerungen, Bilder, Wünsche, Geschichten, Fiktion, Fantasy, Lyrik, Poesie ... einfach das was du gerade möchtest - ganz ohne Druck. Wer mag, kann seinen Text teilen – wer nicht, nimmt ihn einfach mit.

Ob leise oder laut, ernst oder spielerisch – Schreiben stärkt. Und manchmal hilft schon ein Satz, wieder bei sich anzukommen. Und wenn Du noch ein mitfühlendes Feedback dazu bekommst, umso besser.

Keine Vorkenntnisse erforderlich. 
Alles, was Du brauchst - Lust und Freude, es auszuprobieren.

PsyText ist eine Einladung, um miteinander mit den eigenen Worten zu schreiben und diesen eine Stimme zu geben.

 «Dass ich rede und gehört werde und die anderen wirklich zuhören und dass ich selbst zuhöre, kann eine Wirkung im Sinne des Empowerment im Hier und Jetzt haben». (Jaako Seikkula, Tom Erik Arnkil, Offener Dialog, 2022) 

Schreiben? Und wenn ich es nicht kann?

„Warum ich schreibe“

Schreiben ist kein Privileg der Gebildeten. Es ist eine menschliche Fähigkeit – so alt wie das Bedürfnis, sich selbst zu verstehen.

Wenn ich meine, mein Text sei schlecht – dann versuche ich nicht mit dem Blick aus der Literaturkritik zu denken. Dann rede ich mit meiner Angst - und schreibe einfach weiter mit meinen Worten. Nicht für Ruhm, nicht für Applaus. Sondern weil ich etwas sagen will, was vielleicht nur ich so sagen kann.

Wahre und authentische Literatur beginnt nicht in der Schule und nicht an der Uni. Sie beginnt oft dort, wo es wehtut weil man betroffen ist, wo man sich fremd ist, und trotzdem ein Wort hinschreibt. 

Und das ist kein Fehler - es ist
der Anfang, dass mein Wort eine Stimme erhält.
Markus Moser, Schreibwerkstatt
www.mosermarkus.net

„Ich kann nicht gut schreiben“

„Schlecht“ ist kein Kriterium – wenn es ums Eigene geht. Kreatives Schreiben ist nicht Leistung, sondern ein Ausdruck. Und Ausdruck darf brüchig sein, roh, unperfekt. Im eigenen Kreativen Schreiben gibt es kein Schlecht oder Gut, kein Falsch oder Richtig.
Du darfst schreiben wollen. Du musst nicht. Du darfst Wörter setzen, die noch nicht rund sind. Du darfst Sätze schreiben, die stolpern. Du darfst Deine Geschichte erzählen, auch wenn sie nicht literarisch klingt.

Das Schreiben ist kein Wettbewerb. Es ist ein Raum, in dem Du so sein darfst, wie Du bist – mit Worten.

Und wenn Du glaubst, Dein Text sei schlecht - lies ihn nicht mit fremden Augen.

Lies ihn mit dem Mut, der ihn überhaupt entstehen liess.

„Mir geht es heute mies“

Manchmal kann ich nicht schreiben. Nicht, weil ich nichts zu sagen hätte - sondern, weil der Moment zu schwer ist, zu leer, zu laut, zu viel - ich kann heute einfach nichts sagen - ich kann heute einfach nicht.
Ich bin kein schlechter Schreiber, kein schwacher Mensch, nur weil ich heute keine Worte finde und nicht mit dir reden kann.

Ich bin nicht weniger wert, wenn meine Gedanken nicht aus mir heraus und aufs Papier wollen. 

Schreiben ist kein Muss. Es ist eine Möglichkeit. Und manchmal passt es einfach nicht - und auch das ist in Ordnung.
Wenn mal nichts von mir kommt, ist auch das etwas von mir - ich bin trotzdem da.



"... Ich danke dir für die guten Impulse, die du mir gegeben hast. Ich bin wieder näher ans Schreiben gekommen - dank der Schreibwerkstatt. Danke ..."; A.S.


Das Team

PsyText wird durch einen politisch und konfessionell unabhängigen, gemeinnützigen Verein getragen. Die Vereinstätigkeiten werden von einem Vorstand getragen, der zukünftig von einem Expertenbeirat fachlich begleitet wird. Eine Vernetzung mit anderen Mental-Health-Angeboten wird angestrebt. Dieses freiwillige Engagement bildet den Rahmen für die inhaltliche Ausgestaltung des Vereins durch Betroffene für Betroffene. Im Vorstand sind: PD Dr. Julia Burbulla (Präsidentin), Franziska Moser, M.A. (Vorstandsmitglied), Markus Moser (Vorstandsmitglied/Schreibwerkstatt).